Veröffentlicht am 1 Kommentar

30 Jahre VAUDE Fabrikverkauf – wie alles begann…

Unser CFO Erwin hat vor 30 Jahren den Grundstein für unser heutiges Outlet gelegt. Im Interview spricht er mit uns über die Anfänge, über lustige Momente und wie er sich den Fabrikverkauf in 30 Jahren vorstellt. 

 

Jan: Heutzutage sind Outlets recht verbreitet, in den 90er-Jahren war das jedoch nicht der Fall. Wie bist du 1992 auf die Idee gekommen, einen Fabrikverkauf zu eröffnen? 

Erwin: Tatsächlich gab es damals nur wenige Fabrikverkäufe, unter anderem die Outletcity Metzingen.  Meine ursprüngliche Idee war jedoch eine andere: Ich wollte den Mitarbeitenden einen eigenen Verkauf bieten. Wir hatten damals wie heute auch schon Auslaufartikel, Restposten, 2.Wahl-Artikel oder Second-Hand-Produkte. Passenderweise wurden dann auch die nötigen Räumlichkeiten frei. Meine Mittagspause habe ich für die Vorbereitungen genutzt, sodass ich schließlich jeden Donnerstag von 14 bis 15 Uhr im Verkauf stehen konnte. Anfangs war das nur für die Mitarbeitenden und ihre Familien gedacht. Das sprach sich dann aber recht schnell herum, sodass wir schon bald für alle die Türen geöffnet haben.   

Jan: Wie Ist der Ball dann ins Rollen gekommen? 

Erwin: Das ging recht schnell. Nach meinem ersten Erfolg habe ich mir Multiplikatoren gesucht, unter anderem meine Geschäftspartner*innen von den Sparkassen, Banken und Versicherungen. In meinem Umfeld waren außerdem auch viele DAV-Mitglieder, denen ich Kataloge mitsamt Flyer mitgegeben habe, die sie dann auf den Hütten auslegten. Ziemlich schnell hatten wir ein Erfolgsmodell und ich, der selbst noch nicht lange in der Firma war, habe dadurch unsere ganzen Produkte sehr gut kennengelernt. 

Jan:  Wie ging es dann weiter? 

Erwin: Das ganze lief etwa zwei Jahre so weiter, bis ich schließlich gemerkt habe, dass ich den Aufwand allein nicht mehr stemmen kann. Ich leitete ja damals auch schon die Personalabteilung. Ich habe daraufhin intern bei VAUDE gefragt, ob sich das jemand vorstellen könnte. Zuerst meldeten sich Gabi und Geli, später stieß dann Karin zum Team dazu. 

Karin im alten Fabrikverkauf
Geli und Gabi

Jan: Es gibt doch bestimmt ein paar Momente aus 30 Jahren Fabrikverkauf, an die du dich gerne zurückerinnerst? 

Erwin: Mit einem lachenden Auge erinnere ich mich natürlich an die Anfangsmomente. Wir hatten kaum Platz, kaum Umkleidekabinen und die Leute zogen sich dann einfach im Laden um. Sie standen dann also in Unterwäsche in den Gängen und probierten die Kleidung durch. 

Irgendwann wurde uns versehentlich ein Karton mit Lingerie zugesandt und niemand wusste, was wir damit anfangen sollten. Am Ende verkauften wir das auch einfach bei uns im Laden. 

Elke: Da fällt mir eine bestimmte Mitarbeiterin ein. 

Erwin: Ja. Die besagte Mitarbeiterin hat sich dann mitten im Laden in der Unterwäsche hingestellt. 

Elke: Aber da war sie nicht die einzige. 

  • Lachen -  

Erwin: Das ging dann so lange, bis der ganze Karton leer war. 

Elke: Das ging zum Glück ganz flott. 

Erwin: Und dann bleiben mir noch die Outdoor-Parties in Erinnerung.  

Elke: Oh ja. Die waren legendär 

Erwin: Pünktlich zur Outdoor-Messe in Friedrichshafen veranstalten wir jedes Jahr an einem Messetag eine Outdoor-Party. Für die Kund*innen bauen wir dann eine Zeltstadt mit über 100 Zelten auf. Anfang landeten diese Zelte im Anschluss auch im Fabrikverkauf. Mittlerweile verkaufen wir sie aber direkt auf der Wiese. 

Elke: In den Zelten wurde gerne einiges vergessen, darüber konnten wir uns dann am nächsten Tag oft amüsieren. 

  • Darauf wollten die beiden dann nicht näher eingehen 😀 – 
 Zeltstadt während der Outdoor-Party

Jan: Thema Stammkundschaft: Gibt es Kund*innen, die von Anfang an mit dabei waren und heute immer noch sind? Hast Du eine ganze Generation an Stammkunden aufwachsen sehen? 

Erwin: Da fallen mir sofort die Leute aus Landsberg ein, die sind nahezu jede Woche angereist, ganz nette Menschen.  

Elke: Und sie waren erst vor Kurzem wieder da. 

Erwin: Das freut mich jetzt aber. Schöne Grüße an unsere treuen Stammkunden nach Landsberg! 

Jan:  Wann war klar, dass der alte Fabrikverkauf platztechnisch nicht mehr ausreicht? 

Erwin: Ziemlich bald. Wir starteten zunächst in alten Büroräumen, die nie als Verkaufsflächen gedacht waren. Durch den großen Andrang hatten wir aber bald ein Sicherheitsproblem, sodass wir Karin sogar als Türsteherin einsetzten. Die Kasse war im Eingangsbereich und die Leute haben sich bis in die hinterste Ecke des Ladens in die Schlange eingereiht. 

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse haben wir die Gebäude der Volksbank Tettnang in Obereisenbach gekauft und zu unserem Fabrikverkauf umgebaut. Zunächst hatten wir immer nur stundenweise geöffnet, später dann aber auch täglich.  

Jan: Der Fabrikverkauf war ja nicht deine Hauptaufgabe. Wann hast Du Dich entschlossen, einen Teil der Verantwortung abzugeben? 

Erwin: Nicht nur der Fabrikverkauf, sondern VAUDE generell ist sehr schnell gewachsen. Anfangs hat sich Karin als meine direkte Ansprechpartnerin um alles gekümmert, wenn ich nicht da war.  

2005 wurden dann mit Chrisi, Anett und Charlie erstmals Führungskräfte eingesetzt.  

Heute ist Charlie im Ruhestand, Anett betreut in der Marketing-Abteilung von VAUDE alle Outlets und Stores. Chrisi und Jan tragen heute gemeinsam als Teamleitung die Verantwortung dafür, dass sich der Fabrikverkauf in Obereisenbach auch in der Zukunft gut weiterentwickelt. 

Jan:  Auf was legst Du bei Mitarbeiter*innen besonderen Wert? 

Mir ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter*innen mit Fachwissen glänzen, ehrlich beraten und den Kund*innen nicht irgendetwas verkaufen, das sie gar nicht brauchen. 

Elke: Genau. Es ist sehr wichtig, zu hören, was die Kund*innen brauchen und was zu ihnen passt. 

Erwin: Und wenn‘s dann doch mal nicht passt, können sie das problemlos wieder umtauschen. 

 

Jan: mit welchen drei Adjektiven würdest Du den Fabrikverkauf beschreiben? 

Erwin: Sicher. Dynamisch. Vielfältig. Vielfältigkeit ist elementar. Das springt direkt ins Auge, wenn man den Laden betritt. Die Kundschaft bleibt gerne lange hier, weil sie eine große Auswahl hat. Beim Stöbern findet man immer mal wieder ein Schnäppchen. Das Gesamtbild vom Fabrikverkauf in Verbindung mit dem großartigen Team, das freundlich strahlt, das viel über die Produkte erzählen kann, das beraten kann: das ist es, was uns auszeichnet. Dadurch wollen wir unseren Kund*innen auch die Sicherheit vermitteln, richtig und zweckmäßig eingekauft zu haben. 

Elke: Und familiär. Wir Mitarbeiter*innen sind richtig zusammengewachsen und mit uns auch die ein oder anderen Kund*innen. Das finde ich sehr schön. 

Jan: Auf was bist Du besonders stolz? 

Dass wir gut wachsen konnten, ohne großartig viel werben zu müssen. Vor allem aber bin ich stolz darauf, dass unsere Mitarbeiter*innen dem Fabrikverkauf ein Gesicht gegeben haben. Einige unserer Kund*innen legen Wert darauf, immer wieder von bestimmten Verkäufer*innen beraten zu werden, weil sie mit diesen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir versuchen, mit unserer Kundschaft ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, welches dann über Jahre hält. 

Elke: Wir bekommen auch ab und zu Postkarten und Fotos von den verkauften Rucksäcken in Aktion. Das freut uns immer richtig. 

Erwin: Es gab Zeiten, da haben wir im Shuttle Service Urlauber*innen von Campingplätzen zu uns zum Shoppen hin- und wieder zurückgefahren. Auf dem Gitzenweiler Hof in Lindau veranstalten wir nach wie vor jedes Jahr Eventtage, auf denen wir unsere Produkte präsentieren. 

Ich bin auch sehr stolz, dass wir während der Covid-Pandemie neue Bereiche etabliert haben. Beispielsweise bieten wir jetzt auch einen Online-Versand an und interagieren auch auf den sozialen Plattformen Facebook und Instagram verstärkt mit unserer Kundschaft. 

Jan: Was glaubst Du, wie der Fabrikverkauf in 30 Jahren aussehen wird? 

Erwin: In der Zukunft wird alles digitaler. Ich denke an RFID-Chips mit automatisierter Warensicherung. Möglicherweise werden sich Kund*innen mithilfe Ihres Smartphones beraten lassen, indem sie Etiketten scannen und so umfassende Informationen erhalten. Ich denke aber, dass das stationäre Geschäft aktuell noch viel Potential hat. Daher ist es mir gerade vor allem wichtig, dass wir weiterhin an unserem Customer Service arbeiten und diesen optimieren. Die Kund*innen sollen erleben, dass wir als Team Nachhaltigkeit ernst nehmen, dass wir unsere Produkte kennen und mit Begeisterung dabei sind. 

Jan: Lieber Erwin, liebe Elke. Vielen Dank für das nette Gespräch. 

Ein Gedanke zu „30 Jahre VAUDE Fabrikverkauf – wie alles begann…

  1. Hallo zusammen, ich erlebe Vaude als meinen Top Ausrüster, mit stets neuen innovativen Ideen. Die Möglichkeit nun online die Outlet Angebote zu nutzen finde ich klasse. Gerne gehe ich aber auch persönlich zu den stets engagierten Verkäufern im Outlet Center Tettnang. Weiter so

Schreibe einen Kommentar